Vrsar, Istrien, offiziele Seite über Urlaubsangebote und Tourist Infos

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Naturschönheiten

Angefangen bei der Adriaküste bis hin zu den sanft hügeligen Reliefs des Hinterlands sind die Naturschönheiten von Vrsar und seiner Umgebung eine Quelle der Inspiration für alle, die sich Erholung und Entspannung wünschen.

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SPORT, NATUR, AKTIVITÄTEN…

In Vrsar werden viele Sportaktivitäten und Attraktionen angeboten: Tennis, Fußball, Volleyball, Basketball, Mini-Golf, Boccia, also alles, was das Sportlerherz begehrt!

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AUFZEICHNUNGEN UND ATTRAKTIONEN AUS DER GESCHICHTE VRSARS

Wie anderswo in Istrien basierte die gewöhnliche Ernährung auch bei den Einwohnern von Vrsar in früheren Zeiten auf Eintopfgerichten,die man aus Gemüse zubereitete und Fleisch erschien in den Mahlzeiten verhältnismässig selten, meisten während der religiösen Festtagen und Feier.

Als meist benutzte Zutaten in der Neuzeit erwähnt man verschiedenen Getreidesorten, Olivenöl und Wein. Da der Bischof von Porec der Landesherr von Vrsar war, hat er mit Hilfe seiner Amtsträger den Wein-, Getreide-und Olivenölhandel überwacht aber auch ihre Qualität, damit Produkte von schlechter Qualität oder Fälschungen nicht auftreten können. Für Verkauf, Import und Export dieser Produkte mussten die Amtsträger der Grafschaft Vrsar vorab einen speziellen Erlaubnisschein ausstellen.

Eine Besonderheit von Vrsar in der neuen Zeit stellen Kneipen und Tavernen dar. Ihre Rolle im Gesellschaftsleben war sehr wichtig, was man aufgrund der Praxis feststellen kann, wie präzise ihr Funktionieren eingerichtet war. Die Behörden in der Grafschaft haben die Öffnungszeiten vorgeschrieben, Verbot von Kartenspielen und andere Spiele in Kneipen und Tavernen, Arbeitsverbot an Sonn- und Feiertagen sowie ein strenges Überwachungsregime in Bezug auf Qualität der Weine, die dort ausgeschenkt wurden. In Kneipen und Tavernen konnte ausschließlich Wein ausgeschenkt werden aus Fässern, die von den Beamten der Grafschaft zuvor mit ihrem Siegel beglaubigt wurde. Jede andere Praxis wurde streng bestraft. Besonders hart wurden Betrüge in Bezug auf Weinqualität bestraft bzw. wenn man den Gästen irgendwelche Weinfälschung oder Wein von zweifelhafter Qualität ausgeschenkt hat bzw. Wein, der keinen Erlaubnisschein erhalten hat, um ihn verkaufen zu können.

Die Amtsträger der Grafschaft hatten die Überwachung von Maßnahmen im Zusammenhang mit Wein, damit der Kneipeninhaber die Mengen beim Ausschank von Wein und anderen Getränken und beim Bewirten seiner Gäste nicht missbrauchen konnte.

Die Kneipen und Tavernen in Vrsar waren mit Symbolen gekennzeichnet (die sognennten „fraške“) auf die Weise, wie es in gesetzlichen Vorschriften vorgeschrieben wurde.

In Vrsar trieb man Handel mit Fleisch aber mit Genehmigung und unter der Voraussetzungen und zum Preis, die „gastaldi“ und Stadtrichter bestimmt haben. Tiere zu schlachten, eine Fleischerei zu betreiben, Fleisch zu verkaufen oder ein- und auszuführen, konnte man nur mit einer vorherigen Genehmigung von Amtsträgern. In Vrsar erwähnt man am öftesten das Kuh- und Ziegenfleisch.

Fisch war bestimmt eine wichtige Ernährungs- und Einkommensquelle. Fischfang und Fischhandel wurden auch von den Behörden der Grafschaft überwacht. Unter Stradrohung durfte keiner fischen oder Fisch verkaufen ohne vorheriger Genehmigung der Behörden der Grafschaft. Wenn die einhemischen Einwohner Fisch verkaufen wollten, mussten sie ihn zuerst der Grafschaft Vrsar zum Kauf anbieten und erst dann, wenn sie Fisch nicht loskaufen wollte, konnte man es auf dem Fischmarkt verkaufen. Fisch konnte man nicht nach Belieben verkaufen, wo und wie man es wollte, sondern nur auf dem Fischmarkt. Erst nachdem der Bedarf an Fisch bei den Einhemischen gedeckt wurde, konnte der Überschuss an Fisch ausserhalb der Grafschaft Vrsar verkauft werden.

Eine wichtige Tätigkeit für die Ernährung der Bewohner waren auch Bäckereibetriebe. In Vrsar erwähnt man Leute, die Teig kneteten und Bäcker. Im Mittelalter und in der Neuzeit gab es in Vrsar nur einen Brotofen und den überwachte die Grafschaft Vrsar. Dieser Brotofen war öffentlich und private gab es überhaupt nicht. Jedes Gebäck, das man zu backen beabsichtigte, unterlag in Bezug auf seine Qualität der Behörden der Grafschaft und auf diejenigen Brote und anderes Gebäck, das die Standards erfüllten, setzte man ein entsprechendes Zeichen in Form eines Kreuzes (man hat es auf den Teig eingezeichnet). In späteren Zeitabschnitten der Neuzeit wurde wegen dem Zuwachs von Einwohnern noch ein Brotofen gebaut.

Der Wein war seit jeher ein weit verbreitetes Nahrungsmittel, so hat man ihn tagtäglich konsumiert. Die verbreitete Herstellung, Konsum und Handel mit Wein existierte auch in der Grafschaft Vrsar. Der Weinhandel unterlag jedoch einer strengen Überwachung. Oft hatte gerade die schlechte Weinqualität und das Auftreten von Weinfälschungen (insbesondere aus dem Import) eine negative Auswirkung auf die Gesundheit der Menschen, besonders der Männer. Aus dem Grunde hatte der Bischof von Porec sehr präzise die Überwachung über sein Verkauf vorgeschrieben, wie im Laden als auch in Kneipen und Tavernen. Wein konnte man ausschließlich in Fässern verkaufen. In Vrsar gab es Beamte, die für die Weinkontrolle zuständig waren, so haben sie auf jedes Fass, das für Verkauf bestimmt war, ihren Stempel gesetzt. Nur solchen Wein konnte man verkaufen. Die Weinmenge hatte man auch kontrolliert bzw. die Weinmengen, damit sich die Verkäufer nicht betrügerisch verhalten und kleinere Mengen lieferten, wegen der Verminderung des Umfangs einer Weinmenge.

Das Stadtor in Vrsar war am Tag geöffnet und in der Nacht geschlossen. Jeden Morgen machte man es im Moment auf, wenn die Glocken vom Glockenturm zu läuten begannen und man machte es am Abend nach dem Ave Maria Gebet zu. In der Dämmerung meldeten die Glocken vom Glockenturm „Gegrüssest seist du Maria“ und luden die Bewohner ein, in die Stadt zu gehen, wonach der Torwächter das Stadttor schloss. Wenn man das Tor geschlosen hatte, hatte man es in der Regel bis Morgen nicht geöffnet. Das Tor musste man so schliessen, dass durch das Tor weder Mensch noch Tier gehen konnte. Die Torschlüssel hatte der Beamte, den man „Cavaliere“ nannte. Er sorgte für das Tor, hielt es instand und öffnete und schloss es persönlich. Nach der Schliessung konnte das Tor nur in äusserster Not geöffnet werden und zwar mit vorherigen Genehmigung der hohen Behörden der Grafschaft.

Den Männern in Vrsar war es verboten, einen Bart zu tragen. Da die Grafschaft Vrsar mit dem Bischof von Porec an der Spitze ein selbständiger Staat war, war sie von der venezianischen und der habsburgischen Herrschaft ausgeschlossen. Daher kam es oft vor, dass auf ihr Gebiet Bösewichte aus anderen Gebieten Istriens flüchteten und hier ihren Zufluchsort von Strafen und Verfolgung finden. So nannte man Vrsar auch Zufluchtsstätte und Asyl für Bösewichte. Viele von ihnen begannen sich in Vrsar mit Steinmetzkunst, Landwirtschaft und Fischfang zu beschäftigen. Wegen der Anwesenheit solcher Personen verabschiedete der Bischof von Porec eine Verfügung, wonach alle Männer ihren Bart rasieren mussten, damit man sie sowohl in Vrsar als auch anderswo identifizieren konnte.

In der Neuzeit war Vrsar die grösste Ablagestelle für Tabak. Den Tabak transportierte man in den Hafen von Vrsar auf Schiffen, von dort hat man ihn heimlich in Karawanen durch das Mirna Tal in in die Gebiete des mittleren Teils der istrischen Halbinsel befördert.

In den strengen Regel war es vorgeschrieben und verboten, am Tag und in der Nacht Waffen innerhalb der Stadtmauern Vrsars hineinzutragen. Das bezog sich sowohl auf die Einheimischen als auch auf Fremde. Diese Verordnung trug dazu bei, dass Friedlichkeit herrschte und dass Streitigkeiten friedlich erledigt wurden und dass Kriminalität sehr gering war.

In Vrsar war es verboten, Hazardspiele zu spielen. Das galt für alle öffentlichen Plätze (Straßen, Fahrwege, Plätze u.ä.) aber auch für private Räume. Es war ausdrücklich verboten, Karten und Glücksspiele zu spielen aber auch alle anderen Spiele in diesem Zusammenhang.

Dank der Kirche und dem Bischof von Porec war es in Vrsar vorgeschrieben, dass sich alle Rechte und Pflichten gleich auf Männer und auf Frauen beziehen. Alle juristischen Akten galten in gleicher Weise für alle Menschen unabhängig vom Geschlecht. Da nach Vrsar zahlreiche Fremde kamen (Seefahrer, Kaufleute, neue Einwohner, Übeltäter) war ihre Position definiert. Alle, die die Vorschriften der Grafschaft Vrsar respektierten, ob Fremde oder Einheimische, waren hier immer willkommen und die Behörden benahmen sich ihnen gegenüber mit Achtung, indem sie seine Menschenwürde achteten und ihnen ihre Rechte in keiner Weise vorenthielten.

Während der Existenz der Grafschaft Vrsar war die Stadt Vrsar die gesündeste Siedlung in Istrien. Wegen der strengen Vorschriften in der kommunalen Arbeit, dem Verbot von Mülldeponierung auf Strassen, Verbot von Deponierung von Tierkadavern innerhalb der Stadt, da man auf Hygiene und Wasserreinheit sowie Weinqualität bestanden hat, wurde Vrsar nie von grossen Volkskrankheiten und Seuchen heimgesucht wie es in anderen Teilen der istrischen Halbinsel der Fall war.

Vorbereitet von: doc. dr. sc. Ivan Milotić